Für was braucht man Magnesium und was genau macht es im Körper?

Sollte man Magnesium supplementieren?

Alzheimer, Allergien, Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Kopfschmerzen, Hyperaktivität, Migräne, Schwangerschaft, Muskelprobleme, Schwindel oder Sport. Bei all diesen Krankheitsbildern oder Symptomen ist Magnesium in den letzten Jahren immer stärker ins Rampenlicht gerückt, denn anhand aktueller Studien kann dieses Mineral in sehr vielen Fachgebieten der Medizin Unterstützung leisten. Eine Supplementierung kann daher eine Therapie optimieren und die Lebensqualität erheblich verbessern.

Für was braucht man Magnesium

Magnesium dirigiert den mitochondrialen Energiestoffwechsel und ist der Wegbereiter von über 600 Enzymen und an ca. 80 Prozent aller bekannten Stoffwechselprodukten beteiligt. Damit die Mitochondrien richtig Energie produzieren können wird Magnesium benötigt, zudem beugt es eine schnelle Erschöpfung des zellulären Energiedepots und den Elektrolytreserven von Kalium vor. Auch für die Verstoffwechslung von anderen Vitaminen und Mineralien wie etwa Vitamin D, Kalzium oder B-Vitaminen ist Magnesium beteiligt. Rund 60 Prozent des Magnesiumbestandes ist in den Knochen gespeichert, der Rest befindet sich vorwiegend in Muskel und Nervenzellen. Auch der wichtige Säure-Basen-Haushalt im Körper wird besonders durch dieses Mineral mit Hilfe von Kalium reguliert. Unter den Mikronährstoffen ist Magnesium auch ein wahrer Herzschrittmacher, da der Rhythmus und die Kraft des Herzens hauptsächlich von diesem Mineral kommt. Wichtig ist auch, dass Magnesium den Nervenbotenstoffwechsel ins Gleichgewicht bringt und es somit die Verfügbarkeit von Serotonin verbessert (Glückshormon). Da dieses Mineral für Nerven eine wichtige Rolle spielt, hat es auch einen positiven Einfluss auf Hirn und Kognition hat, kann es auch auf neurodegenerativen Erkrankungen unterstützend wirken, wie zum Beispiel Alzheimer und Parkinson.

Aufgaben und Funktionen von Magnesium

  • Knochen: Baustoff für Knochen, Aktiviert B-Vitamine und Vitamin D und reguliert den Kalziumhaushalt
  • Energiestoffwechsel: Unterstützt die Energieproduktion der Zellen (Mitochondrien) durch die Verbrennung von Glukose, Eiweißen und Fetten
  • Stoffwechsel: Reguliert den Fett- und Zuckerstoffwechsel
  • Zellen: Aktiviert und Stabilisiert die Zellmembran
  • Hormone: Speicherung von Freisetzung von Hormonen
  • Herz-Kreislauf-System: Reguliert den Herzrhythmus und die Herzkraft
  • Muskulatur: Steuert Muskelkontraktion, Belastbarkeit und Regeneration der Muskelzellen
  • Nervensystem: Produktion von Nervenbotenstoffen, justiert den Informationsaustausch sowie die Reizübertragung in den Nervenzellen.

Auswirkung von Mangel an Magnesium

Bei einem leichten Mangel kommt es bereits zur Abnahme von Enzymaktivitäten welche den zellulären Energiestoffwechsel vorgeben. Somit können teils stärker oder schwächer ausgeprägte Beschwerden auftreten, welche in Normalfall nicht auf Magnesium zurückgeführt werden. Weitere mögliche Mangelerscheinungen…

  • Nieren und Harnblasensteine können entstehen
  • höherer Blutdruck, Herzrhythmusstörrungen, Herzrasen, Herzmuskelschwäche
  • Krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung
  • Abgeschlagenheit, Stressanfällig, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Angstattacken, Schwindel, Hyperaktivität, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen
  • erhöht Insulinresistenz (Diabetes)
  • Muskelkrämpfe (vor allem Beine und Füße), Muskelzuckungen an Augen und Mundwinkel
  • erhöht Blutfettwerte, anstieg der Triglyceride
  • Störung des Vitaminhaushalts unter anderem Vitamin-D und B

Magnesium und Vitamin-D

Wie schon mehrmals erwähnt, hängt Vitamin-D und Magnesium eng zusammen, denn diese unterstützen sich gegenseitig. Magnesium ist wichtig für die Enzymaktivierung des Sonnenvitamins (D) zum Sonnenhormon 1,25(OH)2D und deren Wirkung über die Rezeptoren. Zudem ist das Mineral wichtig um ein Protein zu bilden, welches Vitamin-D bindet (VDBP) und im Blut transportiert und in den Zellen verteilt.

Magnesiumbedarf pro Tag

Je nach Alter und Lebenssituation empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag die folgenden Mengen Magnesium, wobei sich die höheren Werte (wenn zwei Werte angegeben sind) meist auf Männer beziehen, die niedrigen auf Frauen:

  • Säuglinge bis 4 Monate: 24 mg
  • Säuglinge 4 bis 12 Monate: 60 mg
  • Kinder 1 bis 4 Jahre: 80 mg
  • Kinder 4 bis 7 Jahre: 120 mg
  • Kinder 7 bis 10 Jahre: 170 mg
  • Jugendliche 10 bis 13 Jahre: 230 – 250 mg
  • Jugendliche 13 bis 15 Jahre: 310 mg
  • Erwachsene 15 bis 19 Jahre: 350 – 400 mg
  • Erwachsene ab 25 Jahre: 300 – 350 mg
  • Schwangere: 310 mg
  • Stillende: 390 mg

Lebensmittel mit Magnesium

Obst & Früchte mg/100gGemüse mg/100gHülsenfrüchte, Nüsse & Samen mg/100g
Dattel 50
Papaya 41
Banane 36
Himbeere 30
Brombeere 30
Zitrone 28
Kiwi 24
Avocado 25
Mango 18
schwarze Johannisbeere 17
Ananas 17
Rosinen 15
Orange 14
Mangold 81
Blattspinat 58
Kohlrabi 43
Brennnessel 40
Grünkohl 31
Broccoli 24
Kürbis 23
Weißkohl 23
Zucchini 22
Blumenkohl 17
Kürbiskerne 402
Sonnenblumenkerne 395
Leinsamen 350
Sesam 347
Mohn 333
Cashewnuss 270
süße Mandel 220
weiße Bohne 140
Walnuss 130
Linsen 129
Erbsen 116
​Getreide & Reis mg/100g​Milchprodukte mg/100gFisch & Fleisch mg/100g
Weizenkeime 250
Hirse 170
ungeschälter Reis 157
Hafervollkornflocken 139
Vollkornbrötchen (Weizen) 95
Knäckebrot (Mohn) 51
Graubrot 38
Baguette 21
Parmesan 44
Emmentaler 43
Gouda 36
Ziegenmilch 15
Buttermilch 13
fettarme Kuhmilch 12
Joghurt 10 % Fett 11
Magerquark 11
Krabben 67
Schweinesteak 60
gesalzene Makrele 44
Salami 33
Suppenhuhn 30
geräucherter Lachs 29
mageres Rinderfilet 28
Pute 27
Ente 22
Leberwurst 21

Wie lange dauert es, bis eine Wirkung eintritt?

Das hängt ganz davon ab, wofür du es einnimmst:

  • Bei akuten Beschwerden wie Muskelkrämpfen zeigt Magnesium meist schon nach ein bis zwei Tagen Wirkung.
  • Bei höherer Dosierung gegen Verstopfung setzt der Effekt oft bereits innerhalb eines Tages ein.
  • Bei chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herzrhythmusstörungen braucht der Körper etwas länger. Hier kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich eine spürbare Verbesserung zeigt – in der Regel etwa nach vier Wochen, wenn der Magnesiummangel ausgeglichen ist.

Grundsätzlich gilt: Je stärker der Mangel, desto schneller spürst du die Wirkung. Denn je mehr deine Beschwerden tatsächlich auf Magnesiummangel zurückzuführen sind, desto deutlicher ist auch die Veränderung, sobald dein Speicher wieder aufgefüllt ist.

Wichtig

Die Supplementierung von Magnesium sollte immer in einer guten bioverfügbaren Form aufgenommen werden, diese wären Magnesiumcitrat, -gluconat, -aspartat, -oxid oder -orotat. Am Anfang der Therapie sollte man nicht mit zu hohen Dosen beginnen, um so Magen-Darm-Störungen zu vermeiden.


Quellen:

– Gröber Uwe, Die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel, Das Plus für ihre Gesundheit

– Magnesium, DGE

– Verbraucherzentrale, Magnesium – was ist zu beachten?, Stand 24.01.2021

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